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Wer war eigentlich Albert Schweitzer? Diese Frage hören wir häufig von unseren Schülern. Damit auch Sie mitreden können, haben wir hier einen Lebenslauf von Albert Schweitzer erstellt.


Kindheit und Jugend

Am 14. Januar 1875 wurde Albert-Schweitzer als Sohn eines Pfarrers in Kaysersberg im Oberelsass geboren. Die Familie lebte ärmlich in einem kleinen Fachwerkhaus mit angebautem Glockenturm der Gemeindekirche.
Ein wenig besserte sich der Lebensstandard nach Versetzung des Vaters nach Günsbach im Münstertal, wo Albert Schweitzer auch eingeschult wurde. Er wechselte zur Realschule in der Kreisstadt Münster und 1885 auf das Gymnasium in Mühlhausen, wo er 1893 sein Abitur bestand.
Zum Studium der Theologie und Philosophie ging Schweitzer nach Straßburg. Orgelunterricht erhielt er in Paris. Nach seinem Militärjahr bei einem Infanterieregiment in Straßburg bestand er 1898 sein erstes theologisches Examen und 1899 wurde dem 24-Jährigen die philosophische Doktorwürde verliehen. Nach seiner Habilitation wurde er 1903 Direktor des mit der Universität Straßburg verbundenen theologischen Studienstiftes.

"Ehrfurcht vor dem Leben"

Schon als 21-jähriger Student hatte Schweitzer den Entschluss gefasst bis zu seinem 30. Lebensjahr ganz für die Wissenschaft und die Musik zu leben. Danach wollte er praktisch für die Menschen arbeiten, denen das Leben nicht so viele Möglichkeiten geboten hatte wie ihm.
Entsprechend diesem Vorhaben kündigte Albert Schweitzer mit 30 Jahren am 13. Oktober 1905 seine Stellung als Stiftsdirektor, obwohl ihm eine glänzende Laufbahn winkte, und begann sein Medizinstudium um sich auf seine angestrebte Aufgabe als Urwaldarzt und Missionar vorzubereiten. 1911 machte er sein medizinisches Staatsexamen, heiratete die Krankenpflegerin Helene Bresslau, promovierte zum Dr. med. und reiste am Karfreitag des Jahres 1913 nach Afrika ab, wo er am 16. April in Lambarene ankam.
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er als deutscher Staatsbürger in seinem Haus in Afrika festgehalten, musste 1917 nach Europa zurückkehren, geriet in Bordeaux in Kriegsgefangenschaft und erlebte das Kriegsende in einem Internierungslager bei St. Rémy. Während dieser erzwungenen Ruhepause entwickelte er seine Ethik von der 'Ehrfurcht vor dem Leben'. Sie besagt, dass Menschen die über die Welt und sich selber nachdenken merken, dass alles, was sie umgibt, also Pflanzen, Tiere oder Mitmenschen, genau gleich am Leben hängen, wie sie selber. Wer das begriffen hat, muss ihnen allen in Liebe begegnen.
Nach dem Kriege hoffte Albert Schweitzer zurück nach Lambarene zurückzukehren. Jedoch hatte er durch den Krieg Schulden gemacht. Er nahm zuerst eine Stelle als Assistenzarzt an, dann als Vikar, setzte seine Studien fort und erhielt 1919 die theologische Doktorwürde der Universität Zürich. Im gleichen Jahr wurde sein einziges Kind, seine Tochter Rhena, geboren.

Rückkehr nach Lambarene

Im Jahr 1920 tourt er auf Vortragsreisen durch Europa, die er mit Konzertauftritten an der Orgel verband. Außerdem warb er für Frieden, Ausgleich und Versöhnung in der Welt. Durch diese Tour gelingt es ihm seine Schulden zurückzuzahlen. Es dauert aber noch weitere fünf Jahre, bis er nach Afrika zurückkehren kann.
1925 ging er wieder nach Lambarene und baute dort bis 1927 das bekannte Hospital auf. Es folgten wechselnde Aufenthalte in Europa und Lambarene. Er erhielt hohe Auszeichnungen wie den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main im Jahr 1928. Vortrags- und Konzertreisen bestimmten die nächsten Jahre. Über die Kriegsjahre bis 1946 blieb er in Afrika, arbeitete dort als Arzt, Missionar und Organist und veröffentlichte weltberühmte theologische, religionsphilosophische und musikwissenschaftliche Werke.

 

"Ich bin Leben, das leben will,
inmitten von Leben, das leben will."

 

Der Friedensnobelpreis
1951 wurde Albert Schweitzer mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Zwei Jahre später, 1953, erhielt er den Friedensnobelpreis rückwirkend für 1952, da er zu dieser Zeit in Lambarene tätig gewesen war. Das Preisgeld ermöglicht ihm die Fertigstellung seines Lepradorfes 'du Village lumière' in Afrika.
Im Jahr 1955 führt Albert Schweitzer einen Briefwechsel mit unserer Schule, die damals noch 'Gemeinschaftsschule I' hieß. Nachdem der ehemalige Lehrer Heinz Neinert direkt an Albert Schweitzer schrieb, ob die Schule seinen Namen tragen dürfe, schreibt Schweitzer zurück, dass er nichts dagegen hätte. 1956 wird die Gemeinschaftsschule I in Albert-Schweitzer-Schule umgetauft.
In den folgenden Jahren zog er mit heftigen Aufrufen gegen Kernwaffen zu Felde und führte z.B. mit John F. Kennedy einen zweijährigen Briefwechsel über die atomare Bewaffnung. Seine Haltung gegen die Atombombe machte er in drei Radiosendungen des Senders Radio Oslo deutlich. Diese Reden werden 1958 als Buch 'Friede oder Atomkrieg' veröffentlicht.

Die letzten Jahre

1959 fuhr Albert Schweitzer ein letztes mal von Europa nach Lambarene und blieb dort bis zu seinem Lebensende. Insgesamt reiste er 14 mal nach Afrika.
1960 übernahm seine Tochter Rhena das inzwischen 300 Betten große Hospital in Lambarene. Dort starb Albert Schweitzer am 4. September 1965 im Alter von 90 Jahren, um 23.30 Uhr. Er wurde, wie er es bestimmt hatte, auf den Friedhof von Lambarene neben seiner Frau beerdigt, die 1957 gestorben war.

 

 

   
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